Hildegard Bienen Haus

Hildegard Bienen wurde als Tochter des Steigers Heinrich Bienen und seiner Frau Gertrud Krüßmann im niederrheinischen Walsum geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und der Hauswirtschaftsschule (1932 bis 1941) folgten Tätigkeiten als Büroangestellte, Zahnarzthelferin und Sekretärin. Im Jahre 1949 beteiligte sich Hildegard Bienen an einem Kunstgewerbegeschäft in ihrer Heimatstadt; erste Tonplastiken und Kohlezeichnungen entstanden.

Im Jahre 1950 besuchte sie Pfarrer August Winkelmann (1881–1954) in Hamminkeln-Marienthal, um ihm ihre Arbeiten zu präsentieren. Winkelmann hatte die Pfarrkirche und Klostergebäude in Marienthal seit den 30er Jahren bis zu seinem Tod zu einer bedeutenden Begegnungsstätte für junge Künstler im kirchlichen Raum gestaltet, die weit über den Niederrhein hinaus ausstrahlte.

Die Begegnung mit Pfarrer Winkelmann bestärkte Hildegard Bienen auf ihrem künstlerischen Weg. 1952 besuchte sie die „Christliche Werkkunstschule im Grenzland“ in Nienburg. Zwei Jahre später gewann sie den Wettbewerb für die Neugestaltung der Chorfenster der St. Dionysius-Kirche in Walsum und erhielt anschließend den Auftrag zur Gestaltung der Fenster. Es folgten Aufträge über Glasfenster und Wandmosaiken in Walsumer Kirchen, Schulen und Kindergärten, so dass sie ab 1955 als freiberufliche Künstlerin mit einem Atelier in ihrem Elternhaus tätig sein konnte.

Ab 1957 begannen zahlreiche Studienreisen, vorwiegend nach Süddeutschland, Italien und Südfrankreich. Im Jahre 1960 nahm Hildegard Bienen zum ersten Mal an einer Kunstausstellung in ihrer Heimatstadt Walsum teil. Weitere Ausstellungen sollten folgen. Mit dem Auftrag zur Gestaltung der gesamten Inneneinrichtung der St. Petrus Canisius-Kirche in Recklinghausen (1963) wurde Hildegard Bienen weithin bekannt und erhielt danach zahlreiche Kirchenaufträge.

Im Jahre 1967 erfolgte der Umzug nach Marienthal, wo sie sich im eigenen Haus auch ein Atelier einrichtete, in dem sie als freischaffende Künstlerin für die Ausstattung von mehr als 100 Kirchen in der Region und weit darüber hinaus tätig wurde. 1983 erkrankte Hildegard Bienen an Krebs. Es folgten Operationen und Krankenhausaufenthalte, 1988 die Erwerbsunfähigkeit.

Hildegard Bienen starb am 20. März 1990 in ihrem Haus in Marienthal und wurde am 24. März auf dem Marienthaler Friedhof in der Nähe des Portals der Friedhofskapelle, ihrem letzten großen Werk, bestattet.

Im Jahre 2001 wurde eine Straße in Walsum-Aldenrade nach Hildegard Bienen benannt.

Marienthal plant die Einrichtung eines Museums für moderne Kunst, das hauptsächlich die nachgelassenen Bilder von Hildegard Bienen aufnehmen wird.